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Auswerfer, Auswerstifte und Auswerferhülsen

sind zentrale Elemente des Spritzwerkzeuges und für die Entformung des Spritzlings unabdingbar.
Als Formstifte werden Auswerfer bezeichnet, an welche die Spritzteilgeometrie angearbeitet worden ist.
Auswerfer, Auswerferstifte und Auswerferhülsen sind nach nationalen und internationalen Normen genormt.

Betroffene Normen sind.

  • DIN 1530
  • DIN ISO 6751
  • DIN ISO 8694


Auswerfer und Auswerferhülsen werden - je nach Anwendungsfall - aus den folgenden Materialien hergestellt

WerkstoffKurzbezeichnungSchlüsselBeispiel
Werkzeugstahl WS 1.2510, 1.3505 o.ä. Produkt WS
Warmarbeitsstahl WAS 1.2343, 1.2344 Produkt WAS
Rostfreier Stahl - 1.4112 o.ä.  
Kupferlegierungen - CuNi2Si o. ä.  
Hochleistungsschnellschnittstahl HSS 1.3343 o.ä.  


In Abhängigkeit des verwendeten Werkstoffes sind die Auswerfer in den Standard - Ausführungen

  • gehärtet
  • gehärtet, blank nitriert
  • gehärtet, nitriert, oxidiert

verfügbar.

Gehärtete oder blank nitrierte Auswerfer und Auswerferstifte aus dem Standardprogramm können zur Standzeiterhöhung mit einer DLC-Beschichtung versehen werden, falls durch die Anwendung eine ausreichende Schmierung nicht möglich ist. Dies trifft zu für Anwendungen, wie sie in der Medizin- und Lebensmitteltechnik zu finden sind. Hier ist es erforderlich, das diese - wie alle anderen Baugruppen und Einzelteile - rückstandsfrei und mit nur sehr geringem Verschleiß arbeiten.

Zu beachten ist allerdings immer, das Auswerfer - gleich welcher Bauform und Ausführung - eine der am meisten beanspruchten Bauteile eines Werkzeuges sind. Eine nicht anwendungsgerechte Auswahl der verwendeten Einzelteile kann zum vorzeitigen Verschleiß an allen - mit den Auswerfern in Kontakt stehenden - Bauteilen, Formplatten bzw. Einsätzen führen.

Konturtragende Formstifte - die üblicherweise stehend im Werkzeug verbaut werden - können vorteilhaft aus Kernstiften gefertigt werden. Die Kernstifte, die eine geringere Härte als Auswerfer als WS aufweisen, lassen sich sehr gut zerspanend bearbeiten.
Durch unterschiedliche Nitrierverfahren [ Plasmanitrieren, Plasmanitrocarburieren, Gasnitrieren, Oxidieren ], können die Oberflächeneigenschaften konturtragender Auswerfer - die aus WAS der Qualität 1.2343 oder 1.2344 hergestellt werden -  optimal auf den Anwendungsfall abgestimmt werden. Vorteile des nachträglichen Nitrierens:

  • idealer Schutz gegen Verschleiß
  • höchste Bauteilfestigkeiten
  • Verzugsarm (hohe Maß- und Formbeständigkeit)
  • optimale Anpassung der Schicht an die Beanspruchung
  • Möglichkeit der partiellen Behandlung
  • Reduzierung der Reibungskoeffizienten
  • hohe Warmhärte und Warmfestigkeit
  • gleichmäßige homogene Oberflächeneigenschaften der Bauteile
  • sehr umweltfreundlich

Auswerfer und Auswerferstifte können als weitere Alternative mit einer zusätzlichen Beschichtung versehen werden. Beispiele dafür sind DLC Beschichtungen [ Eigenschaftsmerkmale: hohe Mikrohärte, geringer Verschleiß, geringer Gleitreibungskoeffizient ] oder mit einer CrN- oder TiN-Beschichtung, die sich speziell im Druckguss zur Verschleißminderung bewährt haben.

Auswerfer sind ebenfalls in einer Edelstahlausführung verfügbar. Der Einsatz solcher Bauteile wirkt der korrosiven Beanspruchung entgegen - zudem wird durch die Legierungsbestandteile, mit üblicherweise sehr hohem Chromanteil, die Verschleißfestigkeit der Stifte erhöht.

Auswerfer - Auswerstifte - Auswerferhülsen | Formenbau Werkzeugbau

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